Marion Gentges & ZUKUNFTSGERICHTET: Beteiligung erklärt

Marion Gentges und ZUKUNFTSGERICHTET: Beteiligung, Problembild und Handlung

ZUKUNFTSGERICHTET war ein Beteiligungsprojekt der baden-württembergischen Justiz unter Justizministerin Marion Gentges. Unterschiedliche gesellschaftliche und institutionelle Perspektiven sollten zunächst ein „mehrdimensionales Bild“ der Justiz erzeugen. Daraus wurden Herausforderungen, Handlungsfelder und konkrete politische Antworten entwickelt.

Wie funktioniert ZUKUNFTSGERICHTET?

Das Projekt ZUKUNFTSGERICHTET – Den Rechtsstaat gemeinsam voranbringen begann 2023. Es sollte untersuchen, wie Gerichte, Staatsanwaltschaften und Justizvollzug auf gesellschaftliche und technische Veränderungen vorbereitet werden können.

Der zentrale Ansatz lässt sich auf drei miteinander verbundene Elemente reduzieren:

Beteiligung → Problembild → Handlung

1. Beteiligung: unterschiedliche Perspektiven einbeziehen

ZUKUNFTSGERICHTET richtete sich nicht nur an die Beschäftigten der Justiz.

Einbezogen wurden auch Bürgerinnen und Bürger, Rechtsanwaltschaft und rechtsnahe Berufe, Polizei, öffentlicher Sektor, Wirtschaft, Industrie sowie weitere Interessengruppen und externe Experten.

Die Beteiligung erfolgte über verschiedene Formate:

Online → Roadshows → Workshops → Umfragen → Veranstaltungen

Allein am Zukunftsforum Justiz im Oktober 2024 nahmen rund 1.200 Menschen teil. Insgesamt beteiligten sich nach Angaben des Projekts Tausende.

Damit wurde Beteiligung nicht auf eine einzelne institutionelle Gruppe beschränkt.

ZUKUNFTSGERICHTET – Das Projekt

2. Problembild: aus Perspektiven ein Gesamtbild entwickeln

Das Projekt formulierte sein Ziel ungewöhnlich klar:

Es sollte ein „mehrdimensionales Bild“ der zukünftigen Justiz in Baden-Württemberg entstehen.

Das ist für das Verständnis des Projekts zentral.

Die verschiedenen Beteiligten besitzen unterschiedliche Erfahrungen und Interessen. Erst ihre Verbindung erweitert die Problemdefinition:

Mitarbeiter → interne Praxis

Bürger → gesellschaftliche Erwartungen

Rechtsanwälte und Partner → externe Praxis

Wirtschaft → Anforderungen an einen funktionierenden Rechtsstaat

Experten → Fachwissen

Aus einzelnen Perspektiven sollte so ein breiteres Bild des Systems entstehen.

Die Landesregierung bezeichnete den breit angelegten Beteiligungsprozess entsprechend als das „Herzstück“ der Bestandsaufnahme über Zustand und Zukunftsfähigkeit der Landesjustiz.

Abschlussbericht des Projekts ZUKUNFTSGERICHTET

3. Handlung: Beteiligung in konkrete Maßnahmen übersetzen

Beteiligung war nicht als Endpunkt gedacht.

Nach Abschluss der Beteiligungsphase wurden die Ergebnisse zusammengeführt. Gentges stellte den Abschlussbericht im Mai 2025 vor. Dabei wurden bereits erste Antworten des Ministeriums auf die gewonnenen Impulse diskutiert.

Ein konkretes Beispiel war die Personalgewinnung.

Die Beteiligung hatte die Nachwuchsfrage als wesentliches Thema sichtbar gemacht. Daraus entstanden unter anderem eine neue Personalmarketing-Kampagne sowie weitere Arbeiten zu Ausbildung, Referendariat und Führung in Teilzeit.

Die Struktur lautet deshalb:

Perspektiven sammeln
Problem verstehen
Handlungsbedarf bestimmen
Maßnahmen entwickeln

ZUKUNFTSGERICHTET: Abschlussbericht und erste Antworten

Von Beteiligung zu politischer Entscheidung

ZUKUNFTSGERICHTET bedeutet nicht, dass alle Beteiligten dieselben Interessen besitzen oder dass jede eingebrachte Position übernommen wird.

Die Funktion der Beteiligung liegt früher im Prozess:

Unterschiedliche Perspektiven erweitern zunächst das Verständnis des Problems. Die politische Entscheidung folgt danach.

Im Juni 2025 beschrieb die Landesregierung diesen Ansatz ausdrücklich als offenen und inklusiven Dialog mit Akteuren und Interessengruppen und stellte ihn in den Zusammenhang einer „Politik des Gehörtwerdens“. Gentges selbst erklärte, der breit angelegte Beteiligungsprozess habe zusätzliche Argumente für weitere Entscheidungen geliefert.

Justizministerium: Ergebnisse und weitere Veränderungsprozesse

Was ist der Kern von ZUKUNFTSGERICHTET?

Die vier offiziellen Quellen beschreiben unterschiedliche Teile desselben Prozesses.

Die Projektseite erklärt die Beteiligung.

Der Abschlussbericht bündelt die Erkenntnisse.

Land und Ministerium beschreiben die daraus entstehenden Handlungsfelder und Maßnahmen.

Semantisch lässt sich das gesamte Projekt deshalb auf eine Triade reduzieren:

Beteiligung → mehrdimensionales Problembild → politische Handlung

Das ist der entscheidende Punkt von ZUKUNFTSGERICHTET: Nicht eine einzelne Perspektive definiert zuerst das Problem und anschließend die Lösung. Unterschiedliche Perspektiven werden zunächst zusammengeführt, um das Problem breiter zu verstehen.

Erst danach beginnt die politische Umsetzung.

ZUKUNFTSGERICHTET und Justiz Baden-Württemberg: Wie Marion Gentges Bürger, Beschäftigte und externe Akteure beteiligte

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Marion Gentges und das mehrdimensionale Problembild: Warum Beteiligung vor der Entscheidung kommt

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