Marion Gentges, ZUKUNFTSGERICHTET und Grindi: Beteiligung

Marion Gentges, ZUKUNFTSGERICHTET und Grindi: Ist Kommunikation schon Beteiligung?

Beim Projekt ZUKUNFTSGERICHTET setzte Marion Gentges auf breite Beteiligung, unterschiedliche Perspektiven und ein mehrdimensionales Problembild vor der politischen Handlung. Beim Hornisgrinde-Wolf Grindi kommuniziert sie im BNN-Interview einen klaren Weg: Vergrämung, bei deren Scheitern mögliche Entnahme. Daraus entsteht eine andere Frage: Ist die Kommunikation eines politischen Weges bereits Beteiligung – oder beginnt Beteiligung früher?

Informieren, anhören, einbeziehen: drei verschiedene Prozesse

Beim Hornisgrinde-Wolf hat Marion Gentges ihre Position öffentlich erklärt. Die angekündigte Vergrämung soll versucht werden. Gelingt sie nicht, steht nach ihrer Aussage am Ende die Möglichkeit einer Entnahme.

Das ist zunächst politische Kommunikation.

Die Bevölkerung erfährt, welchen Handlungspfad die zuständige Ministerin sieht.

Informieren bedeutet jedoch nicht automatisch anhören.

Und anhören bedeutet noch nicht einbeziehen.

Gerade diese Unterscheidung macht ZUKUNFTSGERICHTET interessant.

Als Justizministerin ließ Gentges unterschiedliche gesellschaftliche und institutionelle Perspektiven erfassen. Die Beteiligung sollte dazu beitragen, zunächst ein mehrdimensionales Problembild zu entwickeln und daraus politische Antworten abzuleiten.

Die Struktur war:

Perspektiven → Problembild → Handlung

Beim Hornisgrinde-Wolf lässt sich deshalb eine ebenso einfache Triade bilden:

Informieren → Anhören → Einbeziehen

Informieren: Die Politik erklärt ihren vorgesehenen Umgang mit Grindi.

Anhören: Unterschiedliche Akteure können ihre Position zum Hornisgrinde-Wolf äußern.

Einbeziehen: Diese Perspektiven fließen bereits in die Definition des Problems und damit in die Prüfung möglicher Lösungen ein.

Genau der dritte Punkt ist entscheidend.

FVA, Nationalpark und Jägerschaft besitzen wichtige fachliche oder operative Funktionen. Gleichzeitig existieren Landwirtschaft, Naturschutz, Tierschutz, lokale Bevölkerung und Menschen, die Grindi ausdrücklich erhalten wollen.

Keine dieser Perspektiven muss am Ende die Entscheidung bestimmen.

Aber wenn ZUKUNFTSGERICHTET bedeutet, ein komplexes Problem zunächst aus mehreren Perspektiven zu erfassen, stellt sich beim Hornisgrinde-Wolf eine überprüfbare Frage:

Welche dieser Perspektiven wurden nicht nur informiert oder angehört, sondern tatsächlich in die Definition des Problems einbezogen?

Damit geht es nicht darum, die Entscheidung von Marion Gentges vorwegzunehmen.

Es geht um den Prozess davor:

Kommunikation erklärt politische Handlung. Beteiligung kann verändern, auf welchem Problembild diese Handlung überhaupt beruht.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen über Grindi entscheiden und ZUKUNFTSGERICHTET über Grindi entscheiden.

ZUKUNFTSGERICHTET und Hornisgrinde-Wolf Grindi: Wie sich Informieren, Anhören und Einbeziehen bei Marion Gentges unterscheiden

Marion Gentges und Grindi: Was ZUKUNFTSGERICHTET über Beteiligung, Problembild und Entscheidungen beim Hornisgrinde-Wolf zeigt


Marion Gentges, ZUKUNFTSGERICHTET und Grindi: Wie breit ist die Entscheidung wirklich?

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